Super 8 selbst digitalisieren

Warum Super 8 selbst digitalisieren?

Die Bänder Ihrer Super 8-Filme halten nicht ewig. Die Bänder werden mit der Zeit - oder bei falscher Lagerung - spröde und rissig. Damit Sie Ihre Super 8-Filme mit tollen Erinnerungen platzsparend lagern können, sollten Sie Ihre Super 8-Filme selbst digitalisieren bzw. digitalisieren lassen. So haben Sie die Chance, Ihre Erinnerungen zu archivieren und für die Ewigkeit nutzbar zu machen.

Wie digitalisiert man Super 8-Filme selbst?

Um Super 8-Filme zu digitalisieren sind besondere Geräte erforderlich.

Zuerst werden die Filme mit einem speziellen Verfahren von Schmutz und feinen Staubpartikeln befreit. Das beste Verfahren ist die so genannte Einzelbildabtastung, so, wie wir Film-Retter sie durchführen.

Bei der Einzelbildabtastung wird jedes einzelne Bild digitalisiert und im Computer wieder zu einem Film zusammengefasst. Der Originalton bleibt selbstverständlich erhalten. Nach dem Digitalisieren liegt der Super 8-Film als digitale Datei vor und kann schließlich auf DVD, Blu-Ray oder auf Ihrem Laptop gespeichert werden.

Bei Bedarf kann man den Film auch am PC weiterbearbeiten.

Super 8 Film digitalisieren

Verfahren: Super 8 selbst digitalisieren?

Natürlich müssen Sie zum Digitalisieren Ihrer Filmschätze keinen Profi konsultieren. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass Sie dies von zu Hause aus tun. Hier gibt es in der Regel drei gängige Verfahren, die Sie anwenden können, um Ihre Super8-Filme zu digitalisieren.

Leinwand-Verfahren
Die einfachste Möglichkeit besteht darin, den Film von einer Leinwand abzufilmen. Um diese Verfahren nutzen zu können benötigen Sie einen 8 mm Projektor und eine DV-Kamera. Diese sollte auf einem Stativ befestigt sein und in der möglichst gleichen Ausrichtung wie der Projektor stehen. Diese Variante ist allerdings auch nur für die geeignet, denen es darum geht schnell zu digitalisieren. Dabei darf man allerdings keinen hohen Wert auf die Qualität legen. Das liegt sowohl an der Krümmung der Leinwand, als auch an den Falten, die auf dieser meist unvermeidbar sind.

Glas-Screen-Verfahren
Die nächste Möglichkeit einen Film zu digitalisieren besteht darin, das Glas-Screen-Verfahren zu verwenden. Auch hier wird der Film abgefilmt, allerdings wird hier das Bild über einen Oberflächenspiegel projiziert.

Scanner-Verfahren
Eine weitere Variante ist das direkte Scannen der Filmstreifen mit modernen Durchlichtscannern. Diese werden für eine saubere Verarbeitung abschnittsweise eingescannt. Dieses Verfahren ist besonders dann gut geeignet, wenn zum Beispiel die Perforation der Spule defekt ist und somit ein abspielen auf normalem Wege nicht mehr möglich wäre.

Übertragung auf den Computer:
Um ein ideales Ergebnis zu erhalten, kann eine Digitalisierung am besten mit einer DV-Kamera sowie einem leistungsstarken PC durchgeführt werden. Auch hier gilt es einige Dinge zu beachten:

  1. Die richtige Hardware – Ein PC sollte mindestens 1 GHz Taktfrequenz und ein modernes Betriebssystem verfügen. Um Ihr Ergebnis speichern zu können benötigen Sie außerdem mehr als 1 GB Ram und im Idealfall mehr als 200 GB Speicherplatz. Auch eine Firewire Anschluss ist nötig. Dieser kann allerdings mit einer PCI-Karte nachgerüstet werden.
  2. Passende Software für das Abfilm-Verfahren – Damit die DV-Kamera den Film übertragen kann, braucht man eine passende Software. Bei den meisten Rechnern ist diese allerdings bereits vorhanden. Ein gängiges Programm ist zum Beispiel der Windows-Movie-Maker. Natürlich gibt es auch kostenpflichtige Programme. Zu diesen zählen zum Beispiel der Magix-Videomaker oder Adobe Premiere. Diese sind zwar kostenpflichtig, sie bieten allerdings auch wesentlich hochwertigere Videoband-Bearbeitungsfunktionen.
  3. Passende Software für das Scanner-Verfahren – Die Software die Sie benötigen, um die Bilder vom Scanner aus weiter zu bearbeiten, sind in der Regel inklusive. Es ist allerdings auch noch ein weiteres Programm erforderlich, um die abgescannten Filmstreifen zumindest halbautomatisch aus den Einzelbildern wieder zu einem Film zu vervollständigen. Ein empfehlenswertes Programm ist hier CineToVid.

Wenn Sie Ihren Digitalisierungsprozess abgeschlossen haben, besteht die Möglichkeit die Datei beliebig oft auf eine DVD zu brennen.

Ganz gleich für welches Verfahren Sie sich entscheiden, am Ende macht die Qualität den Unterschied. Um eine optimale Qualität zu gewährleisten ist es immer ratsam, sich direkt an die Profis zu wenden, da diese über jahrelange Erfahrung zu verfügen und somit auch eine Beschädigung durch zum Beispiel falsche Handhabung ausgeschlossen werden kann.

Vergessen Sie nicht den Zeitfaktor! Das Bedienen der Geräte, das Einrichten und das Bearbeiten nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Für Privatpersonen ist dies fast eine Endlosaufgabe.

Super 8 selbst digitalisieren - Abfilmen von der Leinwand

Der einfachste Weg, einen Super 8 Film zu digitalisieren, ist das Abfilmen von der Leinwand.

Vorgehensweise
Man stellt eine Leinwand auf und projiziert den Film ganz normal darauf. Dann stellt man eine Videokamera auf ein Stativ und filmt die Projektion einfach ab.

Worauf man achten muss
Um ein möglist verzerrungsfreies Bild zu erhalten, ist es sinnvoll, die Videokamera möglichst nah an den Projektor zu stellen, so dass die optischen Achsen möglichst wenig voneinander abweichen.

Vorteile
Diese Methode ist natürlich kostenmäßig unschlagbar - sofern man alle notwendigen Geräte (Projektor, Kamera, Leinwand) bereits besitzt.

Nachteile
Die Qualität, die mit dem Abfilmen erzielt werden kann, ist sehr unbefriedigend. Das Bild flimmert und pumpt. Auch die Farben werden oft nicht naturgetreu wiedergegeben.

Fazit
Nur dann geeignet, wenn überhaupt keine Kosten entstehen dürfen und das Material keinen ideellen Wert hat.

Selbst digitalisieren durch Abfilmen:

Super 8 selbst digitalisieren - Abfilmen von der Leinwand
Preis: sehr günstig
Super 8 selbst digitalisieren - Abfilmen von der Leinwand
Aufwand gering
Super 8 selbst digitalisieren - Abfilmen von der Leinwand
Qualität: Unbefriedigend

Super 8 selbst digitalisieren - Das Glasscreen-Verfahren

Qualitativ einen Schritt besser ist das Glasscreen-Verfahren. Beim Glasscreen wird eine Wachsschicht zwischen zwei Glasscheiben eingeschlossen. Die Wachsschicht ist so fein strukturiert, dass (im Gegensatz zur Leinwand) keine neue Textur in den Film eingefügt wird.

Vorgehensweise
Der Projektor projiziert das Bild über einen Umlenkspiegel von der Rückseite auf den Glasscreen und von der Vorderseite abgefilmt. Durch den Spiegel wird im Gegensatz zur direkten Projektion verhindert, dass das fertige Ergebnis noch einmal gespiegelt werden muss.

Worauf man achten muss
Der Spiegel bringt eine zusätzliche Herausforderung hinsichtlich der Ausrichtung mit sich. Leichte Abweichungen von der idealen optischen Achse bringen Randunschärfe oder Trapezverzerrungen. Noch einfacher zu handeln ist daher das direkte Abfilmen, sofern man bei der digitalen Aufnahme über eine Software verfügt, die in einem Rutsch das Bild spiegeln kann.

Vorteile
Trotz Anschaffungskosten für den Glasscreen (ca 120 Euro) sind die Kosten verhältnismäßig überschaubar.

Nachteile
Das Justieren von Projektor, Spiegel und Glasscreen ist in der Praxis schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Die anderen Herausforderungen beim Super 8 selbst digitalisieren (Bildwiederholrate, Hotspot, etc.) werden nicht gelöst.

Fazit
Der Glasscreen ist ein Mittelweg hinsichtlich der Kosten, wenn man eine ganz gute Qualität möchte - und die Zeit zum Tüfteln hat, bis alles gut funktioniert.

Selbst digitalisieren per Glasscreen:

Super 8 selbst digitalisieren - Glasscreen Verfahren
Preis: Überschaubar
Super 8 selbst digitalisieren - Glasscreen Verfahren
Qualität: Verbesserungsfähig
Super 8 selbst digitalisieren - Glasscreen Verfahren
Aufwand: Nicht ohne

Super 8 selbst digitalisieren - Das Scanner-Verfahren

Man kann Super-8 selbst digitalisieren - auch mit einem handelsüblichen Scanner. Zumindest in der Theorie - weil der Aufwand extrem hoch und die Scanzeiten sehr lang sind.

Nur in einem Ausnahmefall macht das Verfahren Sinn: Wenn der Film sehr wertvoll, die Perforation jedoch stark ausgerissen ist.

Vorgehensweise
Man legt jeweils einen Abschnitt des zu digitalisierenden Films auf einen handelsüblichen Durchlichtscanner, schneidet anschließend mit einer Software die einzelnen Bilder aus und setzt diese wieder zu einem Film zusammen.

Worauf man achten muss
Man sollte alle Automatiken des Scanners abschalten, damit die einzelnen Scans hinsichtlich der Farbe und der Helligkeit zusammenpassen.

Vorteile
Viele Heimscanner können auch Durchlicht - von daher kann man das Verfahren oft ohne Anschaffungskosten durchführen.

Nachteile
In der Praxis ist das Verfahren wenig tauglich - die Scanzeiten sind extrem lang, die Nachbearbeitung sehr Aufwändig.

Fazit
Nur etwas für Freaks oder Spezialisten.

Selbst digitalisieren per Scanner:

Super 8 selbst digitalisieren - Scanner Verfahren
Preis: Sehr günstig
Super 8 selbst digitalisieren - Scanner Verfahren
Erzielbare Qualität: Dürftig
Super 8 selbst digitalisieren - Scanner Verfahren
Aufwand: Immens